Eidgenössische Alkoholverwaltung EAV

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Vor 125 Jahren trat das erste Alkoholgesetz in Kraft

Am 27. Mai 1887 trat das erste eidgenössische Alkoholgesetz in Kraft. Das Monopol auf die Herstellung, die Einfuhr sowie den Verkauf von gebrannten Wassern war die Antwort des Bundes auf die Kartoffelschnapspest. Die EAV wurde geschaffen, um die neuen Monopole umzusetzen.

Nach dem überstandenen Referendum vom 15. Mai 1887 hatte der Bundesrat das Inkrafttreten des neuen Alkoholgesetzes ursprünglich für den 1. Januar 1888 vorgesehen. Bis dahin hätten eingehende Studien durchgeführt werden sollen, und eine gründliche Vorbereitung des Vollzugs - inklusive Aufbau der neuen Alkoholverwaltung - wäre geplant gewesen.

Denn: das neue Alkoholgesetz wurde als sehr einschneidende Reform im Markt mit gebrannten Wassern erachtet, und für die Aufgaben, vor denen die Verwaltung nun stand, gab es weder im Inland noch im Ausland passende Vorbilder.

Beschleunigter Vollzug

Der bundesrätliche Zeitplan wurde jedoch durch eine unerwartete Marktentwicklung vereitelt. Deutschland, das zu diesem Zeitpunkt den Alkoholmarkt beherrschte, verdreifachte plötzlich die Vergütung auf Spritexporte. Mit dem darauf folgenden Preissturz bestand die Gefahr, dass die Schweizer Wirtschaft noch vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes grosse Reserven mit billigem deutschem Sprit anlegen würde, was die Wirksamkeit des Monopols auf Jahre hinausgeschoben hätte.

Auf Druck der Bundesversammlung beschloss der Bundesrat daher, das Alkoholgesetz umgehend in Kraft zu setzen. Am 15. Juli 1887 wurden die Grenzen geschlossen und inländische Brennhäfen versiegelt. Am 1. September 1887 entfielen den Kantonen und den Gemeinden das Recht, Verbrauchs- und Umsatzsteuern, sogenannte «Octrois» und «Ohmgelder», auf Wein und geistigen Getränken zu erheben. Am Tag darauf begann die neugeschaffene Alkoholverwaltung, Trinkalkohol zu staatlichen Preisen zu verkaufen. Diese beiden Beschlüsse bedeuteten in den Augen von Edmund Wilhelm Milliet, dem ersten Direktor der EAV, den eigentlichen Beginn des neuen Monopolregimes.

Aufgaben des ersten Alkoholgesetzes gemäss Botschaft vom 8. Oktober 1886

„Wir beginnen damit, die Aufgabe genauer zu präzisieren, welche nach unserer Ansicht dem zu erlassenden Bundesgesetze zu stellen ist.

Dasselbe soll

  • eine Erhöhung des Preises des Konsumbranntweins bewirken;
  • eine bessere Qualität dieses Getränkes sichern;
  • die Übelstände beseitigen, welche mit dem jetzigen Brennereibetriebe und Branntweinverkauf verbunden sind ; 
  • ein finanzielles Resultat ergeben, welches genügend ist, um den in Art. 32bis der Bundesverfassung und Art. 6 ihrer Übergangsbestimmungen übernommenen Verpflichtungen zur Entlastung der nicht gebrannten Getränke gerecht zu werden.

Diesen Postulaten soll entsprochen werden

  • bei möglichster Schonung der Finanzquellen des Bundes;
  • bei möglichster Wahrnehmung der in der Brennerei liegenden land- und industriewirthschaftlichen Interessen;
  • bei möglichst einfacher Gestaltung der Administration und möglichst sicherer Durchführbarkeit der Vorschriften.

Die Lösung endlich muß sich rechtfertigen können vor den Forderungen der allgemeinen Volkswirtschaft und sozialpolitischen Opportunität, Beobachtung der in den Handelsverträgen niedergelegten Verpflichtungen."



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