Im Auftrag der Eidgenössischen Alkoholverwaltung EAV hat das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG die im Alltag zu erwartenden Auswirkungen einer Liberalisierung des schweizerischen Ethanolmarktes aus Kundensicht abgeklärt. Aufgrund von 83 Interviews mit diversen in- und ausländischen Akteuren im Ethanolmarkt kommt KPMG zum Schluss, dass der Verzicht auf das Importmonopol keine namhaften Probleme bei der Versorgung des inländischen Marktes mit Ethanol nach sich ziehen wird. Nach eigenen Einschätzungen rechnen die Grossunternehmungen mit um 10 bis 20 Prozent tieferen Ethanolpreisen. Kleinere Ethanolbezüger gehen dagegen von einer Preissteigerung von 20 bis 40 Prozent aus. Ihre Wettbewerbs-fähigkeit wird jedoch nach Einschätzung von KPMG kaum in Frage gestellt, da das Ethanol bei der überwiegenden Mehrheit dieser Bezüger nur einen geringen Anteil an den gesamten Produktionskosten ausmacht. Einzig bei der Zulassung von Medikamenten, die Ethanol als Hilfs- oder Wirkstoff enthalten, könnten sich vorübergehende Verzögerungen ergeben. Diese lassen sich jedoch vermeiden, indem die EAV vorzeitig den Import spezifischer Ethanol-Muster bewilligen wird. Damit werden die betroffenen Unternehmungen rechtzeitig bei den zuständigen Behörden im In- und Ausland die durch einen Wechsel des Ethanol-Lieferanten allenfalls notwendig gewordenen Medikamentenzulassungsverfahren einleiten können.