Eidgenössische Alkoholverwaltung EAV

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Alkoholkonsumverhalten der jungen Schweizerinnen und Schweizer im Jahr 2009

Die Eidgenössische Alkoholverwaltung (EAV) bereitet derzeit eine Totalrevision des Alkoholgesetzes aus dem Jahr 1932 vor. Seit den Dreissiger Jahren hat sich nicht nur das Kauf- und Konsumverhalten der Schweizer Bevölkerung im Bereich der alkoholischen Getränke verändert, auch ihre Kaufkraft ist gestiegen. Die EAV gab deshalb eine quantitative Studie in Auftrag, um diese wichtigen Daten bei den Schweizer Alkoholkonsumentinnen und -konsumenten im Alter von 16 bis 34 Jahren zu erheben. Die Ergebnisse zeigen, dass die Jüngsten (16 bis 19 Jahre) eine ausgeprägte Vorliebe für Spirituosen haben, die jungen Leute von heute viel Geld für alkoholische Getränke ausgeben, das gesetzliche Schutzalter sehr oft umgangen wird und gewisse Orte im Freien dem exzessiven Alkoholkonsum Vorschub leisten.

Der Alkoholkonsum der Jugendlichen ist besorgniserregend. Neue Verhaltensweisen wie das "Binge-Drinking" oder die "Botellones" bergen für Jugendliche und junge Erwachsene grosse Risiken. Um diesbezügliche Lücken in der aktuellen Forschung zu schliessen, gab die EAV beim LINK Institut eine repräsentative Studie in Auftrag, bestehend aus 2000 Interviews mit Schweizer Alkoholkonsumentinnen und -konsumenten zwischen 16 und 34 Jahren. Aus der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB, 2007) geht hervor, dass 60,7% der Bevölkerung zwischen 16 und 34 Jahren regelmässig Alkohol konsumiert, das heisst mindestens ein Mal in den letzten 7 Tagen. Die LINK-Studie befasst sich mit wichtigen Fragen wie: Wie viel Geld wird für Alkohol ausgegeben? Wo liegt die preisliche Hemmschwelle beim Kauf von alkoholischen Getränken? Wo können Jugendliche alkoholische Getränke beschaffen? Wer sind die Zwischenhändler? Wo konsumieren die regelmässigen Trinkerinnen und Trinker die alkoholischen Getränke?
Verteilung des Alkoholkonsums

Beim Alkoholkonsum im Jahr 2009 der 16- bis 34-jährigen Bevölkerung lassen sich drei grosse Kategorien ausmachen, nämlich Bier, Wein und Spirituosen, auf die beinahe 95% des Konsums entfallen. Obwohl grosse Mengen an Spirituosen konsumiert werden - vor allem von den 16- bis 19-Jährigen, etwa in Form eigener Mischungen - so entfallen zusammengerechnet doch beinahe 86% des Konsums unter den Befragten auf die beiden anderen Alkoholarten. Der Konsum eines dieser Getränke schliesst natürlich nicht aus, dass auch die beiden anderen getrunken werden, denn eine Kumulierung ist durchaus denkbar. Aus dieser Konsumverteilung lässt sich schliessen, dass die Regulierung dieser Getränkekategorien auf dem Schweizer Markt vereinheitlicht und die Präventionsanstrengungen gleichmässig verteilt werden müssten.

Hohe Ausgaben für alkoholische Getränke

Die Jungen geben für Alkohol sehr viel Geld aus. Berechnungen zeigen, dass eine Spirituosenflasche à 7 dl erst als zu teuer gilt, wenn ihr Preis etwa bei CHF 30.- liegt. Der Preis, der zum Kaufverzicht bewegt, liegt jedoch zweifellos noch höher. Es ist praktisch unmöglich, eine Preisschwelle festzumachen, ab der eine quantifizierbare Abnahme des Alkoholkonsums auszumachen ist, doch als Massnahme wird eine preisliche Bandbreite zur Eindämmung des Konsums vorgeschlagen. Gestützt auf die Ergebnisse lassen sich hinsichtlich des Alkoholkaufs im Laden folgende Werte ableiten: CHF 4.- bis 7.- für eine Dose Bier (5dl) , CHF 29.- bis 40.- für eine Flasche Wein (7dl), CHF 30.- bis 40.- für eine Flasche (7dl) Spirituosen gelten als Obergrenze, die zum Kaufverzicht bewegen. Für den Konsum im Café oder im Restaurant gelten folgende Schätzwerte als Kaufverzichtsgrenze: CHF 6.- bis 8.- für ein Bier (3 dl), CHF 10.- bis 15.- für ein Glas Wein (1 dl), CHF 15.- bis 20.- für ein Glas (4cl) Spirituosen. Die Studie zeigt, dass diese Preise sehr hoch liegen und es deshalb schwierig ist, durch Preiserhöhungen eine Änderung im Konsumverhalten zu erreichen.

Umgehung der Altersgrenzen

Die Studie verdeutlicht, dass die Altersgrenzen oft umgangen werden, sei es beim Bestellen alkoholischer Getränke an öffentlichen Orten oder beim Kauf im Supermarkt. Alkoholtestkäufe sind ein probates Mittel, um dieser Praxis einen Riegel zu schieben. Besorgniserregend sind ferner die Ergebnisse in Bezug auf das Weiterreichen von Alkohol an Minderjährige, denn über 30% der Erwachsenen sind offenbar bereit, einem entsprechenden Wunsch Folge zu leisten.

Orte des spontanen Alkoholkonsums

Die Orte, an denen Alkohol konsumiert wird, und die Tageszeiten, an denen das geschieht, erweisen sich als äusserst situations- und zufallsbedingt. Manche Orte, etwa öffentliche Veranstaltungen, scheinen sich dafür besonders gut zu eignen.


Fachkontakt: philippe.vuichard@eav.admin.ch


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